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Inklusives Golfprojekt

Mit Handicap zum Schwung

Unter dem Titel „Mit Handicap zum Schwung“ führt der Deutsche Golfverband seit 2 Jahren ein Inklusionsprojekt in Kooperation mit dem GC Skyline Oberursel, dem Landesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte Hessen e.V., der Hans-Thoma-Schule in Oberursel (Schule mit den Förderschwerpunkten körperliche und motorische Entwicklung und Lernen) und der Phorms-Schule in Steinbach durch. (Link zum GC Skyline Oberursel)

Da der 2006 gegründete Golfclub Oberursel in seiner Satzung u.a. den Passus „Förderung von Menschen mit Behinderung“ stehen hat, kam von Ehrenpräsident Klaus Mehler die Idee, Trainingsstunden für Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen anzubieten.

Im Anschluss an den ersten erfolgreichen und begeisternden Schnuppertag im Herbst 2013, zu dem die Hans-Thoma-Schule auf die Golfanlage in Winnerod eingeladen war, konkretisierte sich die Idee, an einem Inklusionsprojekt mit einer allgemeinbildenden Schule teilzunehmen, bei dem es Ziel war, dass Schüler mit und ohne Behinderung miteinander erste Golfspielerfahrungen sammeln können.

Die Schulleitung der Phorms-Schule in Steinbach befürwortete das Projekt „Abschlag Schule“, da es sich dabei zum einen um eine sportliche Herausforderung für die Schüler handelte, zum anderen wurde auch der soziale Kontakt zu Schülern der Förderschule als konkreter Beitrag von Inklusion in den schulischen Alltag begrüßt. Nach einigen organisatorischen Hürden, die darin bestanden, dass die Schüler auf der Golfanlage in Bad Vilbel trainieren sollten und dort am Nachmittag hingebracht werden mussten, hatten alle Partner ein schlüssiges Konzept erarbeitet, das den Deutschen Golf Verband überzeugte. So trug dieser zunächst wesentlich zur finanziellen Absicherung des Projektes (Transportkosten etc.) bei.

Schon in der zweiten Saison trainieren die angemeldeten Schüler der Schulen wöchentlich mit großer Motivation und Ehrgeiz außerhalb der Ferienzeiten. Im Winter sollen golfähnliche Angebote in den Sporthallen der Schulen stattfinden.

Alle teilnehmenden Schüler waren von Anfang an vom Projekt begeistert. Gemeinsamkeiten und Unterschiede werden beim Training bewusst erlebt und ein gemeinsames Verständnis und Selbstverständnis füreinander wächst nebenbei. Eltern und Lehrer der Förder-Schüler loben das Golfprojekt, weil die Kinder davon begeistert sind, dass sie beim Golf ohne äußeren Druck ihr Spieltempo selbst bestimmen können und viele individuelle Erfolgserlebnisse haben. Jeder Schüler wird von den erfahrenen Golftrainern entsprechend seiner Fähigkeiten gefordert und gefördert. Die Entwicklung eines positiven Selbstwertgefühls sowie eine höhere Frustrationstoleranz bei Misserfolgen sind bei den Schülern festzustellen. Auch die Physio- und Ergotherapeuten, die mit den Kindern im Alltag arbeiten, loben positive Veränderungen im Bereich der Koordination.

Inklusion wird durch das gemeinsame Sport­projekt konkret gelebt, was allen Kooperations­partnern besonders am Herzen liegt.

Aufgrund der Begeisterung aller am Projekt Beteiligten setzt sich Schirmherrin Dorothea Henzler (vorsitzende des LVKM) gemeinsam mit den Initiatoren Klaus Mehler und Norbert Fleischmann, sowie Jörg Krebs vom Deutschen Golfverband dafür ein, dass das Projekt langfristig durchgeführt werden kann.

Erfreulicherweise hat das Projekt die durch den Landesverband bei Aktion Mensch beantragten Fördergelder für die Durchführung des Inklusionsprojekts im Jahr 2015 bewilligt bekommen, so dass die Finanzierung (Transportkosten der Schüler, Honorarstunden der Trainer) sichergestellt ist.